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09.11.2013 Samstag  Extremhochwasser in Köln - Nur ein "Weihnachtstest"

Am vergangenen Wochenende fand eine theoretische Stabsrahmenübung von Stadt, StEB, Feuerwehr, Polizei, THW und DLRG statt, die ein Extremhochwasser simulierte. Vor diesem Hintergrund wurden Katastrophenszenarien durchgespielt und Abläufe und interne Koordinationsstrukturen geprobt.

Hierzu wurde in der Hochwasserschutzzzentrale der STEB eine Katastrophenszenario von einem Rheinpegel von acht Metern und erwartetem Höchststand von elf Metern simuliert.
Ab 10,70 Meter geht die Verantwortung von den Städtischen Entässerungsbetrieben (STEB) auf die Stadtverwaltung, den Oberbürgermeister Jürgen Roters über.
Er richtet dann als Hauptverwaltungsbeamter der Stadt Köln einen Krisenstab ein.
Dadurch steht also ein Umzug von Merheim an die Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Köln nach Weidenpesch an, da die Koordination dann nicht mehr von der Hochwasserschutzzentrale in Merheim ausgeht, sondern bei der Einsatzleitung der Feuerwehr angesiedelt ist.
Dort entscheidet der Krisenstab mit der Einsatzleitung der Feuerwehr und den Fachberatern der verschiedenen Organistationen über die weiteren Maßnahmen.
Die DLRG Bezirk Köln war bei der STEB und der Einsatzleitung der Feuerwehr mit je einem Fachberater vertreten und konnte neue Erkenntnisse für ein Extremhochwasser gewinnen, die jetzt ausgewertet und anschließend in die die neuen Einsatzpläne eingearbeitet werden.

In der Stabsrahmenübung "Weihnachstest" hätten - wenn es denn ein echtes Hochwasser gewesen wäre - über 2.500 Einsatzkräfte und über 500 Mitarbeiter der Verwaltung ein Rheinhochwasser in Köln mit einem Maximalstand von 11,30 Metern bekämpft.
Der Rhein wäre pünktlich zu Heiligabend endgültig über die Ufer getreten, eine riesige Platane hätte die bis dahin perfekt haltende Hochwasserschutzmauer am Holzmarkt auf einer Breite von fünf Metern zerstört. Durch die einbrechenden Wassermassen wäre die Rheinuferstraße überflutet worden und große Teile der Aötstadt hätten daraufhin komplett evakuiert werden müssen.
Simuliert wurden ebenfalls der Ausfall eines populären Mobilfunknetzes in der Innenstadt, sowie ein relevanter Stromausfall in verschiedenen Stadtteilen. Verschiedene Krankenhäuser und zahlreiche Senioreneinrichtungen hätten ebenfalls evakuiert werden müssen.

An der Übung nahmen zahlreiche extrene Beobachter aus anderen Stadten und sogar aus den Niederlanden und China teil, die sich anschauten, wie der erstmals tagende Krisenstab und die Einsatzkräfte ihre Aufgaben meisterten.

Nach den letzten großen Hochwassern 1993 und 1995 hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel getann. Der bauliche Hochwasserschutz wurde extrem verbessert.
Köln ist dadurch inzwischen bis zu einem Pegel von 11,30 Metern vor Hochwasser sicher, in einigen Bereichen wie in Worringen sogar bis 11,90 Meter.
Im gesamten Stadtgebiet werden dabei 10,3 Kilometer des Rheinufers mit mobilen Elementen geschützt. Zwischen Merkenich und Worringen sind das mitunter fünf Meter hohe Tore, die die Durchgänge der Rheindeiche verschließen.

Parallel zur Übung bauten die STEB in verschiedenen Stadtteilen Teile die mobilen Hochwasserschutzwände auf.

Kategorie(n)
Einsatzdienste

Von: Peter A. Fischer

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